FAQ Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)

Stand: 20. November 2020

Der Koordinierungskreis Biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der DGUV gibt folgende Antworten zu häufig gestellten Fragen zum Thema Coronavirus Disease 2019 (COVID-19):

  • 1. Wie sollte ich mich als Arbeitgeber im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie verhalten?

    In einer Pandemie können innerhalb kurzer Zeit viele Beschäftigte erkranken und somit für den Betrieb als Arbeitskräfte gleichzeitig ausfallen. Hinzu kommt, dass Betriebsangehörige erkrankte Familienangehörige (u.a. Kinder/Eltern) pflegen müssen. Auch durch angeordnete Quarantänemaßnahmen der Gesundheitsämter kann sich der Personenkreis, der nicht mehr zur Arbeit gehen kann, schnell vergrößern. Um die betrieblichen Abläufe trotz dieser krankheits-bedingten Ausfälle nicht zu gefährden, ist es erforderlich, im Vorfeld zu klären, wie beispiels-weise Geschäftsabläufe bei Personalausfällen sichergestellt werden sollen. In dem Faltblatt "10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung" finden Sie Hilfestellungen für Ihre Betriebe.

    Für Arbeitsplätze ist darüber hinaus eine Gefährdungsbeurteilung auch in Hinblick auf SARS-CoV-2 durchzuführen und es sind entsprechende Schutzmaßnahmen festzulegen.

    Den Rahmen hierfür geben der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel vor. Darüber hinaus haben die gesetzlichen Unfallversicherungsträger branchenspezifische Konkretisierungen sowie die DGUV weitere Informationen bereitgestellt.

    Neben den bundesweit gültigen Arbeitsschutzregelungen sind die landes- und kommunalspezifischen Regelungen zum Infektionsschutz zu beachten.

    Wie auch für die allgemeine Bevölkerung geltend, sind im Betrieb die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz und Schutz von anderen Personen vor der Ansteckung mit SARS-CoV-2 die sogenannte AHA+A+L Regel:

    • Abstand Mindestabstand von 1,5 m
    • Hygiene Einhaltung der Hygieneregeln (Händewaschen, Hustenetikette, etc.)
    • Alltagsmaske Bedeckung von Mund und Nase
    • App Nutzung der Corona-Warn-App
    • Lüften Regelmäßiges Lüften, insbesondere beim Aufenthalt mehrerer Personen in geschlossenen Räumen

    Bleiben Sie weiterhin stetig in Kontakt mit ihren Mitarbeitern und informieren Sie Ihre Beschäftigten über die aktuelle Situation, um das Auftreten von Paniken, aber auch Unstimmigkeiten in Betriebsabläufen zu vermeiden.

  • 2. Wie kann man sich vor einer SARS-CoV-2-Infektion schützen?
    • Die wichtigsten Regeln, um sich und andere vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen sind:
      • Halten Sie Abstand zu anderen Personen (mindestens 1,5 Meter).
      • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände, vor allem, wenn Sie Oberflächen berührt haben, die ständig von anderen Personen berührt werden.
      • Niesen und husten Sie in die Armbeuge oder in ein Einmal-Taschentuch, das Sie sofort entsorgen (Husten- und Niesetikette).
      • Handtücher und sonstige Hygieneartikel nicht gemeinsam benutzen.
      • Fassen Sie sich nach Möglichkeit nicht ins Gesicht, vermeiden Sie die Berührung der Schleimhäute im Bereich von Augen, Mund und Nase.
      • Tragen Sie eine Mund-Nase-Bedeckung, wenn Sie den Abstand von 1,5 Meter zu anderen Personen nicht einhalten können.
      • Nutzen Sie die Corona-Warn-App.
      • Lüften Sie regelmäßig.
      • Meiden Sie Menschenansammlungen, insbesondere, wenn Sie an einer anderen Grunderkrankung leiden.
      • Stärken Sie Ihr Immunsystem, durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und durch gesunde Ernährung mit frischem Obst.
    • Für Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege und Personen mit geschwächtem Immunsystem ist es besonders wichtig, diese Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.
  • 3. Was müssen Beschäftigte bei Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion tun, oder wenn nahestehende Bekannte oder Arbeitskollegen infiziert sind?

    Um eine SARS-CoV-2-Infektion nicht im Betrieb zu verbreiten, sollten Beschäftigte, die Krankheitssymptome (Fieber, akute Atemwegssymptome, Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn) aufweisen, den Arbeitsplatz verlassen bzw. zu Hause bleiben, bis der Verdacht ärztlicherseits aufgeklärt ist. Bei Unsicherheiten können Sie sich zunächst bei dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt hinsichtlich der Einschätzung des individuellen Risikos, insbesondere aber auch bei Verschlechterung des Gesundheitszustandes, informieren und beraten lassen. Der Arzt bzw. die Praxis sollten zunächst telefonisch kontaktiert werden, um entsprechende Maßnahmen vorzunehmen, damit weitere mögliche Ansteckungen in der Praxis vermieden werden.

    Bei Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion wird der Arzt/die Ärztin eine diagnostische Abklärung und eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt vornehmen.

    Die Kontaktpersonen-Nachverfolgung erfolgt vom Gesundheitsamt üblicherweise nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts:

    Infografik: Kontaktpersonennachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen

    Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei Infektionen durch SARS-CoV-2

    Bei Erkrankung oder Verdacht auf eine Erkrankung der Angehörigen darf der Mitarbeiter nicht nach eigenem Ermessen dem Arbeitsplatz fernbleiben. Die Entscheidung über das Fernbleiben sollte gemeinsam mit dem Arzt / Gesundheitsamt / Arbeitgeber getroffen werden.

    Bei erkrankten Kindern ist ein Anspruch der Eltern auf Freistellung möglich, sofern vom Arzt die notwendige Betreuung bescheinigt wurde.

    Der von der DGUV entwickelte Flyer "Coronavirus SARS-CoV-2 – Verdachts- / Erkrankungsfälle im Betrieb" beschreibt organisatorische und hygienische Maßnahmen zum Vorgehen bei Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion bei Beschäftigten im Betrieb.

  • 4. Kann SARS-CoV-2 über das Berühren von Oberflächen, beispielsweise von Bargeld, Kartenterminals, Türklinken, Griffen von Einkaufswagen, Verpackungen, Paketen oder Waren aus Frachtcontainern übertragen werden?

    Für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Dennoch sind zur Vorsorge die allgemeinen Corona-Hygieneregeln zu beachten. Weitere Hintergrundinformationen, insbesondere zur möglichen Überlebensfähigkeit von SARS-CoV-2 auf Oberflächen, finden Sie auf der Seite des Bundesinstitutes für Risikobewertung.

  • 5. Was hat der Arbeitgeber bei beabsichtigten Dienst-/Geschäftsreisen zu beachten?

    Grundsätzlich sollten in Pandemiezeiten nur unbedingt erforderliche Dienst-/Geschäftsreisen erfolgen. Prüfen Sie daher zunächst, ob geplante Dienstreisen durch Telefon- oder Videokonferenzen ersetzt oder verschoben werden können. Dienst-/Geschäftsreisen aus inländischen Risikogebieten bzw. in in- oder ausländische Risikogebiete (s. u.) sollten abgesagt bzw. verschoben werden.

    Prüfen Sie hierzu die täglich aktualisierten Informationen

    Beachten Sie darüber hinaus die spezifischen Regelungen der einzelnen Bundesländer in den jeweiligen Corona-Länderverordnungen.

    Sind Dienst-/Geschäftsreisen zwingend erforderlich, sind die Reisenden über die Corona-Hygiene- und -Notfallmaßnahmen zu unterweisen, siehe hierzu auch Frage 6. Spezielle Gefahren für besonders schutzbedürftige Beschäftigtengruppen sind zu berücksichtigen.

    Maßnahmen und Informationen im Zusammenhang mit Auslandsreisen sind zusammengefasst in den Coronavirus (SARS-CoV-2) Empfehlungen für beruflich bedingte Auslandsreisen.

    Für Dienst-/Geschäftsreisen innerhalb Deutschlands sollten betrieblicherseits Vorgaben bzw. Betriebsanweisungen erstellt werden (z.B. für die Nutzung von Dienstfahrzeugen oder die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln). Genauere Ausführungen hierzu finden sich im Anhang der in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel (Fassung vom 20.08.2020) im Abschnitt 3 "Außen- und Lieferdienste, Transporte und Fahrten innerhalb des Betriebes, öffentlicher Verkehr".

    Bei einer Reisewarnung handelt es sich um einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, entsprechende Reisen nicht zu unternehmen, die Reisewarnung stellt aber kein Reiseverbot dar. Der Arbeitgeber ist allerdings im Rahmen seiner bestehenden Fürsorgepflicht gehalten, hier sehr sorgfältig abzuwägen. Kriterien hierzu sind neben Dauer, Art und Weise der Entsendung auch die Infektionsgefahr am Einsatzort. Entscheidend ist, ob und welche Schutzmaßnahmen angemessen, erforderlich und zumutbar sind.

    Von einer Dienst-/Geschäftsreise sollte jedenfalls dann abgesehen werden, wenn für diese Region eine ausdrückliche Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorliegt oder die Region durch die WHO oder das RKI als Risikogebiet eingestuft wurde.

    Unter denselben Voraussetzungen kann es umgekehrt erforderlich sein, Beschäftigte von Dienst-/Geschäftsreisen abzuziehen, wenn die Region während des Aufenthaltes als Risikogebiet eingestuft wird bzw. eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ergeht. Hier hat der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin auch die Verantwortung die übrigen Beschäftigten vor einer möglichen Ansteckung durch den rückkehrenden Reisenden zu schützen.

  • 6. Was ist zu tun, wenn Beschäftigte auf Dienst- / Geschäftsreisen erkranken?

    Die Beschäftigten haben sich an die Regelungen zu halten, die der Betrieb für den Erkrankungsfall bei Dienst-/Geschäftsreisen festgelegt hat. Der Betrieb ist umgehend über die Situation zu informieren. Die Beschäftigten sollten bei Erkrankung zunächst in der Unterkunft (z.B. Hotel, Bildungsstätte) bleiben, bis eine weitere Abklärung erfolgt ist. Patienten mit schwereren Symptomen, insbesondere Atemnot, sollten eine Notaufnahme aufsuchen. Hier sollte eine Vorankündigung mit dem Hinweis erfolgen, dass eine COVID-19-Erkrankung möglich ist.

  • 7. Was ist in Hinblick auf Veranstaltungen wie Messen, Kongresse, Tagungen oder Arbeitskreissitzungen zu beachten?

    Menschen, die an akuten respiratorischen Erkrankungen leiden, sollten grundsätzlich nicht an Veranstaltungen teilnehmen, um andere vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.

    Finden Veranstaltungen obengenannter Art statt, ist es erforderlich die Kontaktdaten der Teilnehmenden aufzunehmen, damit im Falle einer (auch nachträglich) auftretenden Infektion eines Teilnehmenden die Kenntnis über mögliche Infektionsketten vorliegt und erforderliche Maßnahmen eingeleitet werden können, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden.

    Veranstalter sind angewiesen, Teilnehmende über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes wie Händehygiene, Abstand halten oder Husten- und Schnupfenhygiene und gegebenenfalls über die erforderlichen Lüftungsmaßnahmen zu informieren.

    Detaillierte Informationen sind in den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Bewertung von Großveranstaltungen zu finden.

  • 8. Was ist in öffentlichen Verkehrsmitteln zu beachten?

    In öffentlichen Verkehrsmitteln ist wegen der Möglichkeit der Tröpfcheninfektion das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung Pflicht.

    Zur Frage der Kontaktinfektion: Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen ist bisher nicht dokumentiert. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man sich an Haltestangen und Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht infizieren könnte. Diese Oberflächen werden ständig angefasst, weshalb hier eine Übertragung der Viren auf die Hände und anschließend auf die Schleimhäute des Mundes, der Nase oder der Augen nicht ausgeschlossen werden kann.

    Insbesondere große Ansammlungen und enger Kontakt zu Menschen, die möglicherweise infiziert sind, aber keine Symptome zeigen, erschweren hier die Vermeidung von Infektionsketten. Um eine Infektion auf diesem Weg zu vermeiden, ist eine sorgfältige Handhygiene notwendig: Dazu gehören gründliches Händewaschen und das Vermeiden der Berührung des Gesichts.

  • 9. Was ist beim Umgang mit Mund-Nase-Bedeckungen zu beachten?

    Wirkung

    Mund-Nase-Bedeckungen können vor allem zur Minderung der Tröpfchen-Freisetzung beitragen. Durch die erzielte geringere Virenkonzentration in der Umgebungsluft eines Ausscheiders kommt es zur Unterbrechung der Infektionswege. Darüber hinaus schützen sie durch Minderung der Kontaktberührung mit Mund und Nase (Schleimhäute) vor Schmierinfektionen.

    Mund-Nase-Bedeckungen wirken daher überwiegend als Fremdschutz. Deshalb kann das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann und keine anderen Maßnahmen möglich sind, wie z. B. im öffentlichen Personennahverkehr, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen.

    Gemäß SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel müssen Mund-Nase-Bedeckungen auch am Arbeitsplatz bereitgestellt und getragen werden, wenn die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden können.

    Mund-Nase-Bedeckungen erfüllen nicht die Anforderungen von persönlicher Schutzausrüstung. Die Mund-Nase-Bedeckungen schützen daher nicht wie partikelfiltrierende Schutzmasken gemäß DIN EN 149 und sind keine persönliche Schutzausrüstung, kein Atemschutz und kein Medizinprodukt.

    Handhabung und Reinigung

    • Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen darf zu keinem Zeitpunkt ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Auf keinen Fall dürfen Abstandsregeln vernachlässigt oder die Händehygiene nicht mehr umgesetzt werden.
    • Mund-Nase-Bedeckungen müssen korrekt sitzen – insbesondere Mund und Nase bedecken – und an den Rändern enganliegend getragen werden, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.
    • Bei Durchfeuchtung muss die Maske gewechselt werden.
    • Die Maske möglichst wenig mit den Händen berühren; zum Auf- und Absetzen möglichst nur die Bänder anfassen.
    • Eine Reinigung von waschbaren Mund-Nase-Bedeckungen hat mindestens bei 60 Grad zu erfolgen. Anschließend müssen die Masken vollständig getrocknet werden.
    • Einwegmasken sind über den Restmüll (nicht über das Duale System Deutschland oder über Altpapier-Sammelbehälter) zu entsorgen.

    Weitere Informationen finden Sie hier:

    Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

    World Health Organization

  • 10. Welche Maßnahmen gelten in Kindertageseinrichtungen und Schulen?

    Regelungen zum betrieblichen Ablauf hinsichtlich der Betreuung und Bildung von Kindern/Schülern in Kindertageseinrichtungen und allgemeinbildenden Schulen (u.a. eine vorübergehende Schließung, Ausschluss einzelner Kinder, Schüler) obliegen den örtlichen Gesundheitsbehörden bzw. der Schulbehörde und werden von der Leitung vor Ort umgesetzt.

    Um jedoch die Verbreitung einer Infektion zu vermeiden, sollen sowohl Beschäftigte der Kindertageseinrichtung bzw. Schule als auch Kinder bzw. Schüler

    • die Krankheitssymptome (Fieber, akute Atemwegssymptome, Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn) aufweisen und/oder
    • Kontakt zu einer Person mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion hatten

    von der Kindertageseinrichtung bzw. Schule fernbleiben. Die betroffenen Personen bzw. deren Eltern sollten die Schule/Betreuungseinrichtung informieren und das weitere Vorgehen abstimmen.

    Die von der DGUV entwickelten SARS-CoV-2 Schutzstandards für Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege sowie für Schulen bieten einen bundesweiten Handlungsrahmen im Umgang mit dem neuartigen Coronavirus in den jeweiligen Einrichtungen.

  • 11. Wie schütze ich mich vor einer Infektion im Gesundheitsdienst?

    Maßnahmen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten für Tätigkeiten mit Biostoffen sind vollumfänglich in der Biostoffverordnung (BioStoffV) und deren nachgeordneten Technischen Regeln für Biologischer Arbeitsstoffe (insbesondere TRBA 250 und TRBA 100) und Beschlüssen des ABAS (insbesondere 1/2020 und 6/2020) geregelt. Der Verordnungstext ist rechtsverbindlich, für die Technischen Regeln gilt die Vermutungswirkung nach §8 (5) BioStoffV.

    Weitere Informationen zur Gesundheitsfürsorge, Laboratorien, Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln sind im FAQ-Bereich der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zusammengestellt.

    Branchenspezifische Hilfestellungen für den Gesundheitsdienst hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) erstellt.

    Für Alten- und Pflegeheime sowie Einrichtungen zur Betreuung von Menschen mit Behinderungen hat die BGW einen speziellen Arbeitsschutzstandard erstellt.

  • 12. Darf man während der Pandemie auf Homeoffice bestehen?

    Die Erledigung von Aufgaben vom häuslichen Arbeitsplatz bedarf der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber. Unter Berücksichtigung einer erhöhten Infektionsgefahr kann der Arbeitgeber je nach individuellen Voraussetzungen kurzfristig die Möglichkeit prüfen, ob für einen bestimm-ten Zeitraum Aufgaben von einem häuslichen Arbeitsplatz erledigt werden können. Wer ohne Einverständnis des Arbeitgebers nicht bei der Arbeit erscheint, dem drohen möglicherweise arbeitsrechtliche Konsequenzen.

    Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des BMAS empfiehlt, während der COVID-19-Pandemie wenn möglich Büroarbeit im Homeoffice durchzuführen.

  • 13. Kann ich mich an Abfällen/bzw. beim Transport von Müll infizieren?

    Bei der Müllsammlung und Müllsortierung von Haushaltsabfällen kann Kontakt zu viel-fältigen Abfällen bestehen. Eine Infektion auf diesem Wege ist jedoch unwahrscheinlich, da die Übertragung von SARS-CoV-2 in erster Linie daran gebunden ist, dass ausgeatmete Tröpfchen oder Aerosole von infizierten Personen eingeatmet werden. Eine Schmierinfektion mit SARS-CoV-2 durch Berührung von kontaminierten Abfällen ist unwahrscheinlich ist, da gewöhnlich kein direkter (Hand/Haut-) Kontakt zum kontaminierten Material vorliegt. Gegen eine Schmierinfektion spricht auch, dass SARS-CoV-2 nur eine eingeschränkte Überlebens-fähigkeit auf Oberflächen hat und die Abfälle in der Regel längere Zeit liegen, bevor diese sortiert werden.

    Eine sorgfältige Handhygiene soll dennoch eingehalten werden. Dazu gehören regelmäßiges und gründliches Händewaschen und das Vermeiden der Berührung des Gesichts.

    Feste Abfälle aus Einrichtungen des Gesundheitswesens stellen unter Einhaltung der üblichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes und des Tragens geeigneter persönlicher Schutzausrüstung kein besonderes Infektionsrisiko dar und werden in aller Regel der Abfallschlüsselnummer ASN 18 01 04 (Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen Anforderungen gestellt werden) zugeordnet.

  • 14. Muss der Arbeitgeber Beschäftigte, die typische COVID-19 Symptome aufweisen, vom Arbeitsplatz fernhalten?

    Ja. Der Arbeitgeber ist verantwortlich für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten. Er muss darauf hinwirken, dass Personen, die typische Symptome offensichtlich aufweisen, zeitnah zur weiteren Abklärung einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

    Bei bestehender COVID-19 Erkrankung ist die Rückkehr an den Arbeitsplatz nur nach Freigabe der zuständigen Gesundheitsbehörden möglich.

  • 15. Kann der Arbeitgeber vom Beschäftigten ein Testergebnis vor Arbeitsaufnahme verlangen?

    Nein, der Arbeitgeber kann als Voraussetzung für eine Wiederaufnahme der Tätigkeit grundsätzlich keinen (negativen) SARS-CoV-2 Test verlangen. Ein Test kann auf Anweisung des behandelnden Arztes oder des zuständigen Gesundheitsamtes auf der Grundlage der aktuellen Testkriterien des Robert Koch-Instituts (RKI) veranlasst werden.

  • 16. Kann die Infektion über infizierte Lebensmittel erfolgen?

    Die Lebensmittelsicherheit ist auch unter den Bedingungen der Corona-Epidemie gewährleistet. SARS-CoV-2-Infektionen, die durch den Verzehr von Lebensmitteln verursacht wurden, sind bislang nicht beschrieben worden.

    Lebensmittelinfektionen mit schwerem Verlauf können jedoch auch durch eine Vielzahl anderer Erreger hervorgerufen werden. Zur Vermeidung von Lebensmittelinfektionen ist es deshalb nach wie vor notwendig, die allgemeinen Hygieneregeln und Temperaturvorgaben des Herstellers zur Lagerung, Zubereitung und Verbrauch des Lebensmittels zu beachten.

    Detaillierte Informationen zur Fragestellung sind beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu finden.

  • 17. Was ist bei Kundenkontakten zu beachten?

    Kundenkontakte können im Unternehmen grundsätzlich in zwei unterschiedlichen Situationen stattfinden:

    a) Kundenkontakt findet ortsfest statt

    z. B. Beratung an einem Tisch, Infotheke, Schalter, Bedientheke, Kasse. Hier können dauerhafte Vorkehrungen zur Sicherung der notwendigen Distanz geschaffen werden:

    • Installation von Abtrennungen
    • Kennzeichnung der Aufenthaltsbereiche und Stehflächen für die Kunden
    • Feste Aufstellung von Mobiliar (z.B. Tische, Sitzmöbel)
    • Regelungen kontaktloser Übergabe von Gegenständen, beispielsweise Papieren, Geld

    b) Kundenkontakt findet beweglich statt

    z. B. Kundenberatung in einer Verkaufsausstellung, in einem Bekleidungsgeschäft, Warenannahme, Warenausgabe.

    Hier müssen einerseits Regelungen getroffen werden, um Kontakte bereits im Vorfeld zu reduzieren oder zu kanalisieren (z. B. Absperrung einzelner Bereiche für Kunden, an denen das Abstandhalten schwierig ist - z. B. Regalgänge beim Wareneinräumen, vorgegebene Bewegungsrichtungen, Einbahnstraßenregelungen).

    Es sind Sicherungsmaßnahmen festzulegen, wie die Einhaltung des Mindestabstandes gewährleistet werden kann. Hierbei ist zu empfehlen, Anregungen der Beschäftigten einzuholen. Beispiel: An verschiedenen Stellen den Mindestabstand in Echtgröße verbildlichen (z.B. durch Markierungen auf den Stehflächen oder an den Wänden).

    Wichtig ist eine Schulung des Personals im Umgang mit uneinsichtigen Personen und mit Personen, die aus besonderen Gründen Abstände oder Regeln nicht einhalten können (z. B. wegen Schwerhörigkeit oder Hilfsbedürftigkeit).

    Soweit die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann und technische Maßnahmen wie Abtrennungen nicht umsetzbar sind, muss entsprechend der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel mindestens Mund-Nase-Bedeckung zum gegenseitigen Schutz getragen werden. Sobald wie möglich ist der erforderliche Mindestabstand von 1,5 Metern wieder einzunehmen. Auch mit dem Tragen von Mund-Nase-Bedeckung entfällt nicht die Notwendigkeit der zentralen Schutzmaßnahmen gegen die Übertragung von SARS-CoV-2-Viren. Insbesondere die distanzschaffenden Maßnahmen müssen unbedingt beibehalten werden.

    Die Bundesländer haben für den Einzelhandel zusätzliche Regelungen erlassen, die zu beachten sind.

    Für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung ist die Minderung der Infektionsgefahr besonders wichtig. Über die gesundheitlichen Faktoren, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung einhergehen, müssen die Beschäftigten unterwiesen werden. Als Grundlage hierfür können die Angaben des Robert Koch-Instituts genutzt werden.

    Die vordringliche Schutzmaßnahme für diese Personengruppe besteht darin, die Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren und die erforderlichen Mindestabstände sicher einzuhalten. Ein Einsatz in Bereichen mit hohem Kundenaufkommen, in denen die Einhaltung der Mindestdistanzen von der betroffenen Person selbst nicht vorhersehbar und steuerbar ist, ist hiermit in der Regel nicht vereinbar oder erfordert zusätzliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes.

    Um die Sicherheit für diese Beschäftigten zu gewährleisten, ist eine Beratung durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt zu ermöglichen. Dies gewährsleistet eine individuelle, auf die Verhältnisse am Arbeitsplatz bezogene Beurteilung und Beratung der Beschäftigten, sowie eine Mitteilung an den Arbeitgeber über erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes (unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht). Wenn diese Arbeitsschutzmaßnahmen mit einem Tätigkeitswechsel verbunden sind, erfolgt die Mitteilung an den Arbeitgeber nur mit Einwilligung der betroffenen Person.

    Zur Frage der Personengruppen mit erhöhtem Risiko siehe auch Frage 18.

  • 18. Gibt es besonders gefährdete Personengruppen?

    Während der überwiegende Teil der Bevölkerung keine oder nur milde, grippeähnliche Symptome aufweist, sind ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen (z. B. Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen oder schädlichem Lebensstil wie Adipositas und Rauchen) sowie immungeschwächte Personen häufiger von schwerwiegenden und tödlichen Erkrankungs-verläufen betroffen. Solche Verläufe können jedoch auch bei Personen ohne bekannte Vorerkrankung und bei jüngeren Patienten auftreten.

    Da das individuelle Risiko der Beschäftigten von äußeren Einflüssen und in der Person begründeten Faktoren abhängt, ist für jeden Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Beratung mit Hinweisen zu besonderen Gefährdungen durchzuführen. Eine Hilfestellung gibt die arbeitsmedizinische Empfehlung (AME) "Umgang mit aufgrund der SARS-CoV-2-Epidemie besonders schutzbedürftigen Beschäftigten" https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/arbeitsmedizinische-empfehlung-umgang-mit-schutzbeduerftigen.html. des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

    Weitere Informationen zu Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, bietet auch das Robert Koch-Institut (RKI).

    Bei Kleinkindern treten nach derzeitigen Erkenntnissen seltener Symptome auf, der Verlauf einer Erkrankung ist im Regelfall mild, sie können den Erreger jedoch übertragen. Eine besondere Gefährdung von schwangeren Frauen und dem ungeborenen Kind liegt nach derzeitigen Erkenntnissen von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und RKI nicht vor.

  • 19. Gibt es eine Impfung oder andere schützende Maßnahmen/Medikamente?

    Momentan steht kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung, allerdings sind weltweit mindestens 212 Impfstoffprojekte angelaufen (Aufstellung der WHO Stand 12.11.2020), die sich in unterschiedlichen Phasen der Entwicklung befinden. Einen Überblick über den Stand der Impfstoffentwicklung gibt z.B. die Internetseite "Impfstoffe zum Schutz vor COVID-19, der neuen Coronavirus-Infektion" des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA).

    Zur Behandlung erfolgen supportive (unterstützende) Maßnahmen entsprechend der Schwere der Erkrankung, ambulant oder in der Klinik.

    Zur Behandlung von COVID-19 existiert derzeit noch kein festes Behandlungsschema. Es sind aber inzwischen einige Medikamente zur Behandlung von COVID-19 zugelassen.

  • 20. Welches Desinfektionsmittel kann ich verwenden?

    Zur Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden. Geeignete Mittel können unter anderem folgenden Listen entnommen werden:

    Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

    Siehe hierzu auch die Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts zum Thema.

  • 21. Nutzung von Gesichtsschilden (Gesichtsvisieren) im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie?

    Nach dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel müssen bei unvermeidbarem Kontakt zu anderen Personen bzw. nicht einhaltbaren Schutzabständen Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) zur Verfügung gestellt und getragen werden. Diese textilen MNB müssen enganliegend über Mund und Nase getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden.

    Primäres Ziel einer MNB ist es, eine mögliche Ausbringung von SARS-CoV-2 über Tröpfchen der Ausatemluft zu reduzieren (Fremdschutz). Zusätzlich bietet eine MNB auch dem Träger (in einem sehr begrenzten Umfang) Schutz vor SARS-CoV-2-haltigen Tröpfchen anderer Personen (Eigenschutz).

    Visiere können in der Regel nur die direkt auf der Scheibe auftreffenden Tröpfchen auffangen. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Möglichkeit von Visieren, ausgestoßene Flüssigkeitspartikel abzufangen, deutlich schlechter ist. Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur MNB angesehen werden.

    In medizinischen Einrichtungen werden Gesichtsschilde üblicherweise als zusätzlicher Schutz des Gesichts vor direkten Spritzern (z.B. Blut) eingesetzt. Sie ersetzen dort jedoch weder medizinische Gesichtsmasken noch Atemschutzmasken.

    Im Sinne der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und auch nach der Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) können Gesichtsschilde nicht als gleichwertige Alternative zu textilen Mund-Nase-Bedeckungen angesehen werden. Sie können gegebenenfalls eine sinnvolle Ergänzung zum Schutz des Gesichts vor Spritzern („Spuckschutz“) darstellen. Mit einem Gesichtsschild werden zudem die Augen geschützt, ein unbeabsichtigtes ins Gesicht fassen oder Augenreiben wird verhindert. Anstelle des Gesichtsschildes schützen selbstverständlich auch Schutzbrillen die Augen vor Spritzern.

    Von den Anforderungen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel kann allerdings der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung abweichen, wenn die gleiche Sicherheit auf andere Weise hergestellt werden kann. Die branchenspezifischen Hilfestellungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger sind hierbei zu berücksichtigen.

    Sogenannte Kinnvisiere, die nur den Mund und einen Teil der Nase abdecken und die ausgeatmete Luft nach oben ableiten, können weder als Alternative für Mund-Nase-Bedeckungen noch als Ergänzung wie oben beschrieben eingesetzt werden. Sie werden auch nicht als "Spuckschutz-PSA" im Gesundheitswesen eingesetzt.

    Robert-Koch-Institut - Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 – Infektionsschutzmaßnahmen - Ist der Einsatz von Visieren anstatt einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum sinnvoll?

    Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - Antworten zur Verwendung von Schutzmasken und weiterer Schutzausrüstung - Was ist bei Gesichtsvisieren gegen SARS-CoV-2 zu beachten?

  • 22. Kann in Betriebsduschen während der Pandemie geduscht werden?

    Ja, Voraussetzung ist allerdings die Einhaltung des Schutzabstandes von 1,5 Metern und eine ausreichende Lüftung der Duschen. Erforderlichenfalls sind geeignete organisatorische Maßnahmen zu treffen, z.B. Sperrung von zu nahe liegenden Duschen, zeitversetztes Duschen von Beschäftigten.

    Die Duschen sind regelmäßig entsprechend des Hygieneplanes zu reinigen und erforderlichenfalls zu desinfizieren.

    Hinweis: Falls die Leitungsinstallation während der Schließung der Betriebsduschen nicht regelmäßig gespült wurde, empfiehlt sich eine Prüfung auf Legionellen und gegebenenfalls die Ableitung weiterer Maßnahmen.

  • 23. Übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung im Rahmen von SARS-CoV-2 die Kosten für Tests?

    Stellungnahme des Koordinierungskreises für Biologische Arbeitsstoffe der DGUV zur Verwendung von Gesichtsschilden (Gesichtsvisieren) im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie

    Die gesetzliche Unfallversicherung kommt für die Kosten von Tests (PCR, Antigentests, Antikörpertests) nur dann auf, wenn diese Tests in einem Zusammenhang mit Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten durchgeführt werden. Dafür ist unter anderem auch Voraussetzung, dass konkrete und zu einer Infektion passende Krankheitserscheinungen bei der betroffenen Person vorliegen. Ohne derartige Krankheitserscheinungen übernehmen die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung keine Testkosten.

    Tests, die nach Auslandsaufenthalten durchgeführt werden, stehen nicht in einem Zusammenhang mit Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten. Vielmehr dienen Sie dem Infektionsschutz, wir weisen dazu auch auf die Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit hin.

  • 24. Wo kann ich mich informieren, ob eine SARS-CoV-2-Infektion als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall in Frage kommt?

    Erste Informationen der DGUV zu Berufskrankheit und Arbeitsunfall siehe

    Für weitere Informationen und Auskünfte steht Ihnen Ihr zuständiger Unfallversicherungs-träger zur Verfügung.

  • 25. Ist der Einsatz von Antigen-Schnelltests im nicht-medizinischen Bereich möglich?

    Sogenannte Antigen-(Schnell)tests oder Vorort-Tests (PoC (Point-of-Care)-Antigen-Test) können Proteine des SARS-CoV-2 aus einem Nasen-/Rachenabstrich in etwa 20 Minuten nachweisen.

    Nach Medizinprodukte-Abgabeverordnung dürfen Antigen-Schnelltests ausschließlich an medizinisches / pflegerisches Fachpersonal abgegeben und von fachkundigem, geschultem Personal angewendet werden. Die Testergebnisse müssen sachkundig bewertet und freigegeben werden.

    In Branchen außerhalb des Gesundheitsdienstes kann der Test z. B. von einem Betriebsarzt oder einem Arbeitsmedizinischen Zentrum durchgeführt werden. Hierzu sollte vorab mit dem Arbeitgeber und der Fachkraft für Arbeitssicherheit eine Teststrategie erörtert und ein ent-sprechendes Testkonzept erstellt werden, möglichst in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt.

    Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch bei negativen Testergebnissen die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen nach dem SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard, der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und den branchenspezifischen Konkretisierungen der Unfallversicherungsträger weiterhin im Betrieb Bestand haben und umzusetzen sind. Insbesondere ist unverändert auf die Einhaltung der AHA+L-Regel zu achten.