Expertinnen und Experten des int. Forschungskonsortiums zum Thema Licht
Bild: privat
Beleuchtung spielt an vielen Arbeitsplätzen eine wichtige Rolle. Um Licht als veränderbaren Umweltfaktor stärker in Forschung, Prävention sowie in öffentlichen Gesundheitsstrategien zu verankern, hat sich ein Forschungskonsortium von 13 internationalen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Gesundheitswesen und Strahlenschutz gegründet. Ihm gehört auch Dr. Sylvia Rabstein, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IPA, an.
Das Forschungsgremium identifizierte insgesamt neun zentrale offene Forschungsfragen, aus denen sich eine Roadmap für die Förderung der Forschung zu Lichtexposition und Gesundheit ergibt, die in der Zeitschrift BioMed Central publiziert wurde.
Zu den neun Fragen zählt beispielsweise das Fehlen von standardisierten Messinstrumenten, mit denen sich die jeweilige Lichtexposition zuverlässig und vergleichbar erfassen lässt. Solche Instrumente sind aber eine Grundvoraussetzung für belastbare Studien.
Eine weitere Frage, die bislang nicht durch die Forschung bearbeitet wurde, sieht das Konsortium in der nichtvisuellen Wirkung von Licht, beispielsweise auf die innere Uhr oder den Schlaf.
Die vom IPA koordinierte Kooperationsstudie zum „Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit Diisocyanat-haltigen Materialien“ will zur Verbesserung der Prävention von Beschäftigten beitragen, die beruflich gegenüber Diisocyanaten exponiert sind. Im Rahmen der Sitzung des wissenschaftlichen Begleitkreises zur Studie wurde jetzt der Stand der mehrjährig angelegten Untersuchung vorgestellt und erörtert.
Berichtet wurde unter anderem über die bisher abgeschlossenen Betriebsbesuche sowie über die Weiterentwicklung des Human-Biomonitorings, um zukünftig auch niedrigste Expositionen an den untersuchten Arbeitsplätzen sicher und valide erfassen zu können.
Diisocyanate werden unter anderem zur Herstellung von Weichschäumen für Matratzen sowie von Hartschäumen zur Gebäudeisolierung eingesetzt. Der berufliche Umgang kann Atemwegs- und Hauterkrankungen verursachen, die als Berufskrankheit Nr. 1315 „Erkrankungen durch Isocyanate“ anerkannt werden können.
Die Studie läuft noch bis 2029. Sie zählt zu den wenigen prospektiven Arbeitsschutzstudien in Deutschland, in denen Langzeitdaten zur Exposition gegenüber Diisocyanaten und zum Auftreten assoziierter Atemwegserkrankungen in mittelständischen Betrieben verschiedener Branchen erhoben werden. Gefördert wird sie von den europäischen Herstellerverbänden ISOPA und ALIPA, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und ausgewählten Unfallversicherungsträgern (BG RCI, BGHM, BG ETEM, BGHW und BG BAU).
Die Studie ist hinsichtlich des Umgangs mit atemwegssensibilisierenden Gefahrstoffen am Arbeitsplatz, zu denen auch Diisocyanate gehören, von übergeordneter Bedeutung.
Das Logo der NAKO
Das IPA und die Deutsche Nationale Kohorte (NAKO Gesundheitsstudie) arbeiten künftig zusammen, um die Belastung von Personen durch ausgewählte Chemikalien und deren Metaboliten zu bestimmen.
Die NAKO Gesundheitsstudie ist mit mehr als 200.000 zufällig ausgewählten Teilnehmenden die größte bevölkerungsbezogene Langzeitstudie in Deutschland. Ihr Ziel ist es, Ursachen, Risikofaktoren und Mechanismen häufiger chronischer Erkrankungen zu untersuchen.
Im Rahmen der Zusammenarbeit wurden zunächst 1.000 Urinproben ausgewählt. Die Stichprobe wurde nach Geschlecht, Raucherstatus, Altersgruppen sowie nach den verschiedenen NAKO-Studienzentren bundesweit abgeglichen.
Der Schwerpunkt der aktuellen Analysen liegt auf der Bestimmung ausgewählter Metalle sowie Mercaptursäuren von alkylierenden Chemikalien im Urin. Ziel ist eine verbesserte Interpretation entsprechend beruflich exponierter Kollektive anhand von Referenzwerten.
Ein wesentliches Merkmal der NAKO-Gesundheitsstudie ist ihr prospektives Design: Durch die wiederholte Untersuchung derselben Personen über einen längeren Zeitraum können Expositionen und potenzielle gesundheitliche Auswirkungen erfasst sowie Trends der Belastung in der Bevölkerung systematisch gemonitort werden.
Seit Oktober 2025 bietet das IPA mit dem Format „Visit IPA“ interessierten Personen – insbesondere aus den Bereichen Prävention und Berufskrankheiten der Unfallversicherungsträger – die Möglichkeit, das IPA im Rahmen einer halbtägigen Führung näher kennenzulernen. Die beiden bislang durchgeführten Termine haben gezeigt: Das Format ist ein Gewinn für alle Beteiligten.
Die Kompetenz-Zentren geben im Rahmen der Führungen anschauliche und praxisbezogene Einblicke in ihre Arbeit. Besucherinnen und Besucher lernen dabei die unterschiedlichen Facetten der Forschung des IPA kennen. Diese reichen vom Human-Biomonitoring und Effektmonitoring bis hin zum Expositionslabor. In der Poliklinik wird unter anderem demonstriert, wie eine Lungenfunktion durchgeführt wird.
Darüber hinaus werden aktuelle Forschungsprojekte vorgestellt – von Studien zu Feuerwehreinsätzen und Schichtarbeit bis hin zur Aufklärung immunologischer Mechanismen bei Post-COVID.
Gleichzeitig wird deutlich, dass das IPA für die Unfallversicherungsträger ein wichtiger Ansprechpartner nicht nur bei medizinischen, sondern auch bei toxikologischen und allergologischen Fragestellungen ist.
Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, melden Sie sich gerne für den nächsten Termin am 5. November 2026 über folgendes Formular an: