Visualisierung der Wirkung von UV-Strahlung: Entwicklung eines interaktiven Demonstrationssystems

Projekt-Nr. IFA 4272

Status:

laufend

Zielsetzung:

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) steht vor der Herausforderung, Beschäftigte im Outdoor-Bereich vor den gesundheitlichen Risiken intensiver solarer UV-Strahlung zu schützen. Die Berufskrankheit BK 5103 "Heller Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung" weist insbesondere im Baugewerbe eine hohe Prävalenz auf und stellt ein zentrales Problem der arbeitsmedizinischen Prävention dar. Trotz bestehender Schutzmaßnahmen ist die konsequente Umsetzung und Anwendung im Arbeitsalltag häufig unzureichend, was u. a. auf ein mangelndes Risikobewusstsein der betroffenen Beschäftigten zurückzuführen ist. Hier mangelt es zum Teil an der anschaulichen Vermittlung der möglichen Gefährdung und der Potenziale von Schutzmaßnahmen.

Das Projekt verfolgt das Ziel, ein eigenständig entwickeltes Demonstrationssystems (UV-Demonstrator) zu konzipieren und umzusetzen, das die Wirkung von UV-Strahlung auf den menschlichen Körper sowie die Schutzwirkung verschiedener Präventionsmaßnahmen technisch sichtbar und erfahrbar macht. Durch eine interaktive und praxisnahe Visualisierung sollen Beschäftigte für die Risiken, die durch die Einwirkung von solarer UV-Strahlung entstehen können, sensibilisiert und zu einem nachhaltigen Schutzverhalten motiviert werden. Der Demonstrator soll sowohl in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung als auch direkt an Arbeitsplätzen im Freien einsetzbar sein.

Bei der Bearbeitung des Projekts stehen insbesondere die folgenden Fragestellungen im Fokus:

  • Wie kann die Wirkung von UV-Strahlung technisch simuliert und visualisiert werden?
  • Welche Systemkomponenten sind erforderlich, um die Effekte und Schutzmaßnahmen anschaulich darzustellen?
  • Wie lassen sich unterschiedliche Hauttypen und deren Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung realitätsnah modellieren?

Das Projekt verbindet arbeitsmedizinische Erkenntnisse mit technischer Entwicklung und leistet einen Beitrag zur betrieblichen Präventionsarbeit. Durch die "begreifbare" Darstellung von Risiken und Schutzstrategien wird eine effektive Wissensvermittlung ermöglicht, die langfristig die Gesundheitsförderung in Branchen mit hohem Anteil an Outdoor-Beschäftigten unterstützt.

Aktivitäten/Methoden:

Zu Beginn erfolgt eine systematische Marktanalyse, um bereits bestehende technische Lösungen oder vergleichbare Systeme zu identifizieren und deren Funktionsprinzipien sowie Einsatzbereiche zu bewerten. Diese Analyse dient als Grundlage für die Ableitung von Anforderungen und Innovationspotenzialen.

Darauf aufbauend erfolgt die vollständige Eigenentwicklung des UV-Demonstrators, beginnend mit der Spezifikation der technischen Anforderungen in Form eines Lasten- und Pflichtenhefts sowie die Definition funktionaler und sicherheitsrelevanter Parameter. Anschließend erfolgen die Identifikation und Evaluierung geeigneter Systemkomponenten. Hierbei werden insbesondere die UV-Strahlungsquelle sowie die Sensor- und Visualisierungseinheiten hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Kosten und Integrationsfähigkeit analysiert. Auf Basis dieser Bewertung werden mehrere alternative Systemarchitekturen entwickelt, aus denen eine für die prototypische Umsetzung ausgewählt wird. Die Konzeption umfasst zusätzlich die Analyse geeigneter Materialien und Komponenten zur Simulation von Schutzmaßnahmen (z. B. Textilien, Folien, Sonnenschutzmittel unterschiedlicher Lichtschutzfaktoren). Nach Auswahl der optimalen Systemkonfiguration erfolgt die Entwicklung und der Aufbau eines funktionsfähigen Prototyps. Sollte sich im Verlauf der Konzeption herausstellen, dass die Umsetzung des Systems technisch nicht realisierbar ist oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich wäre, wird das Projekt nach einer entsprechenden Machbarkeitsbewertung abgebrochen. Die Ergebnisse bis zu diesem Punkt werden dokumentiert und für zukünftige Ansätze nutzbar gemacht. Im Anschluss wird eine Test- und Evaluationsphase durchgeführt, die eine Pilotanwendung im Rahmen einer Schulung beinhaltet. Hierbei wird mittels strukturierter Feedback-Erhebung die Verständlichkeit, Nutzerfreundlichkeit und didaktische Wirksamkeit des Demonstrators bewertet. Die Ergebnisse dienen der Identifikation von Optimierungspotenzialen.

Abschließend erfolgt die finale Ausgestaltung des Demonstrators unter Berücksichtigung der Evaluationsergebnisse. Ergänzend werden begleitende Informationsmaterialien zu Schutzmaßnahmen und eine Anleitung für die Anwendung des Systems erstellt. Optional kann ein ergänzendes Schulungskonzept zur Integration des Demonstrators in Präventionsprogramme entwickelt werden.

Stand:

13.03.2026

Projekt

Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Strahlung

Schlagworte:

Strahlung, Risikoabschätzung, arbeitsschutzgerechtes Verhalten

Weitere Schlagworte zum Projekt:

UV-Strahlung, Berufskrankheit, BK 5103, Heller Hautkrebs, UV-Demonstrator, Prävention, Wissensvermittlung, Gesundheitsförderung, Outdoor, Sonnenschutz, Lichtschutzfaktor, Solare UV-Strahlung

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