Gesunde Arbeit mit Smart Devices – Empfehlungen zur Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsgestaltung im Kontext von Arbeiten/Industrie 4.0 (GBU-SmarD)

Projekt-Nr. FF-FP 0457

Status:

abgeschlossen 08/2025

Zielsetzung:

Ziel des Projekts war einerseits die Entwicklung von Empfehlungen zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung für die Arbeit mit mobilen Endgeräten, andererseits die Ableitung ganzheitlicher und vor allem verhältniszentrierter Maßnahmen zur Förderung einer gesunden und altersgerechten Arbeit mit den mobilen Endgeräten für Versicherungsnehmende der DGUV. Hierzu wurde eine praxisorientierte Handlungshilfe konzipiert, die Unternehmen bei der Gefährdungsbeurteilung und Ableitung geeigneter Maßnahmen unterstützen soll – orientiert an den spezifischen Bedarfen der Beschäftigten, insbesondere auch älterer und leistungsgewandelter Personen.

Aufgrund konkreter Bedarfe aus Wissenschaft und Praxis wurde die ursprüngliche Zielsetzung erweitert: Zwei zusätzliche Kapitel adressieren Unternehmen, die sich in der Planungs- oder Einführungsphase mobiler Endgeräte befinden, um sie im Sinne einer prospektiven Gefährdungsbeurteilung vor bzw. während der Einführung zu unterstützen.

Aktivitäten/Methoden:

Zur Identifikation relevanter Gefährdungen und Anforderungen an die Arbeit mit mobilen Endgeräten wurden eine Literaturrecherche (Arbeitspaket [AP] 1) und partizipative Erhebung durch Fokusgruppen (AP 2) durchgeführt. Daraus entstanden zwei Fragenkataloge: einerseits zur Erfassung physischer und psychischer Belastungsfaktoren bei der Nutzung mobiler Endgeräte, andererseits zur Auswahl geeigneter Geräte und Software (AP 3). Beide Fragenkataloge wurden in der Praxis erprobt (AP 4). Darüber hinaus wurde anhand der Ergebnisse aus AP 1 und 2 ein ganzheitlicher Maßnahmenkatalog (AP 5) erstellt, der eine Sammlung an Möglichkeiten zur Gefährdungsreduktion nach dem STOP-Prinzip bietet. Zuletzt wurden mithilfe eines Design Sprints gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der betrieblichen Praxis sowie der DGUV und Berufsgenossenschaften Kriterien für die praxisnahe Ausgestaltung der Handlungshilfe festgelegt. Dies resultierte in einer vierteiligen Handlungshilfe, dessen Umsetzung sowohl durch Bearbeitungsmöglichkeiten in Form eines Workbooks als auch durch eine digitale Auswertung und Dokumentation der Gefährdungsanalyse unterstützt wird.

Ergebnisse:

Die entwickelte Handlungshilfe gliedert sich in vier Hauptbereiche:

  1. Einführung mobiler Endgeräte
  2. Auswahl geeigneter mobiler Endgeräte und Software
  3. (digital gestützte) Analyse psychischer und physischer Gefährdungen und Risikobewertung
  4. Maßnahmenableitung

Die Projektergebnisse tragen dazu bei, die Beratungstätigkeit der Unfallversicherungsträger zu unterstützen, insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung für mobile Endgeräte. Damit leistet das Forschungsvorhaben einen Beitrag zur gesetzlichen Präventionsaufgabe der Unfallversicherung gemäß SGB VII, insbesondere zur Vermeidung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren im Umgang mit mobilen Endgeräten.

Mit der Handlungshilfe werden Betriebe befähigt, das ArbSchG und die DGUV Vorschrift 1 umzusetzen. Zudem dienen die Ergebnisse als Qualifizierungsunterlagen für Führungskräfte, Sicherheitsbeauftragte sowie Nutzende, um das Risikobewusstsein zu stärken und bewährte Maßnahmen zu vermitteln. Auch Personenkreise, die mit der Entwicklung mobiler Endgeräte und Software betraut sind, können die Handlungshilfe nutzen, um technologische Entwicklungen stärker an den Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der Nutzenden auszurichten.

Stand:

26.03.2026

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Technische Universität Dresden
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Gestaltung von Arbeit und Technik

Schlagworte:

Prävention, Neue Technologien, Ergonomie

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Smart Devices, Tablets, Datenbrillen, Smartwatches, Demografie, Industrie 4.0, Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsgestaltung